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Staffeltag der Dritten Liga: Von Lizenzentzügen,
Staffeleinteilungen und Dopingkontrollen

06.07.2015     Backnanger Kreiszeitung

Der HC Oppenweiler/Backnang steht vor seiner ersten Saison in der Dritten Handball-Liga. Am Wochenende fand in Fritzlar bei Kassel der bundesweite Staffeltag mit Vertretern (fast) aller Vereine statt. Unterm Strich eher eine Pflichtübung, große Diskussionen gab es keine, auch nicht um die Staffeleinteilung.

Das war vor einem Jahr anders. Da hatten sich die Vertreter der Vereine der Dritten Liga beim zentralen Staffeltag heiße Diskussionen um die Frage geliefert, wer mit und gegen wen in welcher Staffel spielt. Vor allem die Vereine aus Südhessen waren unzufrieden. In diesem Jahr blieben Debatten aus, vielleicht auch deshalb, weil die gewählten Vereinsvertreter bei der Einteilung involviert waren und einen Vorschlag erstellten, der dann auch umgesetzt wurde. Matthias Kohlstrung, ein Funktionär der MSG Rodgau/Nieder-Roden und im vergangenen Jahr zum Kreise der größten Kritiker zählend, erläuterte die Schwierigkeit, eine Einteilung vorzunehmen, die den Interessen jedes einzelnen Vereins in Einklang mit einer für die Gesamtheit optimalen Lösung bringt. Durchschnittlich 6000 Kilometer müssen die 64 Vereine der Dritten Liga in der kommenden Runde auf dem Weg zu ihren jeweils 15 Auswärtsbegegnungen zurücklegen – wobei jene im Süden in Summe die kürzesten Wege zu absolvieren haben. Hier ist die Dichte der Vereine am größten. Der HC Oppenweiler/Backnang beispielsweise wird es auf rund 3500 Reisekilometer bringen. Clubs wie der HSV Insel Usedom, DHK Flensborg oder der in die Oststaffel gerückte TuS Fürstenfeldbruck aus dem Raum München werden einige Stunden mehr mit dem Bus durch die Republik reisen.

Gestrichen wurde die Bestimmung, dass Mannschaften, die innerhalb von vier Jahren zweimal den Aufstieg in die Zweite Bundesliga »verweigern«, aus der Dritten Liga absteigen müssen. Damit soll vermieden werden, dass es zu wettbewerbsverzerrenden Ergebnissen in den letzten Begegnungen einer Runde kommt. In der vergangenen Runde hatten in der Süd-Staffel weder Meister SG Leutershausen noch die Zweitplatzierte SG Nußloch Ambitionen. Weil zudem der SC Magdeburg II als Meister der Ost-Staffel nicht aufsteigen durfte, mussten zwei der vier Aufsteiger in einem Aufstiegsturnier der Tabellenzweiten ermittelt werden. Mit dem Ergebnis, dass letzten Endes je zwei Teams aus den Staffel Nord und West aufstiegen, aber keins aus dem Osten und dem Süden.

Im Kampf um den Klassenverbleib gilt in der kommenden Runde: Wer auf Nummer sicher gehen will, muss Fünftletzter werden. Dem Viertletzten droht eine Abstiegsrelegation. Der Hintergrund: Die zweite Bundesliga spielt aktuell mit 21 Mannschaften, einem Team mehr als vorgesehen. Das ist eine Nachwirkung aus der unsäglichen Lizenz-Verweigerungs-und-dann-doch-nicht-Nummer um den HSV Hamburg. Dabei soll es natürlich nicht bleiben, darum gilt nun: Sollte in der kommenden Runde ein Verein der Zweiten Liga keine Lizenz erhalten, so wird dieser nicht auf die Zahl der sportlichen Absteiger angerechnet. Die Dritte Liga müsste dann fünf Teams und nicht vier aufnehmen, als Auswirkung müssten hier 13 Drittligisten (und nicht nur 12) absteigen. Diese Konstellation hätte vermieden werden können, denn eine solche Regelung war schon in der vergangenen Runde in den Durchführungsbestimmungen der Zweiten Bundesliga verankert, und einen Lizenzentzug (TV Großwallstadt) gab es auch. Kurzfristig stellten die HBL-Funktionäre dann jedoch fest, dass die Bestimmungen wohl nicht ordentlich veröffentlicht worden seien, deshalb gar keine Gültigkeit erlangt hatten und durch Großwallstadts Lizenzentzug letztlich der Tabellen-17. HG Saarlouis doch in der zweiten Liga verbleiben durfte.

Im Umkehrschluss besteht freilich auch die Möglichkeit, dass weniger als zwölf Mannschaften absteigen müssen. Dann dürfte der Tabellen-14. sein Heil in einer Relegationsrunde suchen. Eintreten kann dieser Fall, wenn es keinen Lizenzentzug in Liga drei gibt und dazu entweder ein aktueller Drittligist nicht für die kommende Runde meldet oder wenn sich keine zwölf Aufsteiger aus den vierten Ligen finden.
In den vergangenen Jahren hatten die Vereine der Dritten Liga Räumlichkeiten für Dopingkontrollen bereithalten müssen. Die Praxis zeigte, dass die Dopingfahnder nur selten in den Sporthallen dieser Liga auftauchten. Darum müssen entsprechende Räume künftig nur noch dann bereit gestellt werden, wenn auch tatsächlich ein Inspekteur in der Halle steht.

Zum Abschluss der Versammlung wurde über einen Antrag der Nordlichter aus Flensburg abgestimmt: Anstelle eines dezentralen Staffeltags für alle 64 Vereine möge es künftig wieder dezentrale Versammlungen geben. Mit Blick auf die zum Teil recht weiten Anfahrtswege stimmten die Vereine der Staffeln Nord und Süd fast geschlossen für den Antrag, die aus dem Westen in der Mehrzahl – da waren die Gegenstimmen der Vereine vor allem aus dem Hessischen zu verkraften, der Antrag war angenommen.
 
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